Single Malts von Islay, Skye und Co.

Schottlands Whiskyinseln

Wer von schottischen Insel-Whiskys spricht, der hat häufig als Erstes die Insel Islay mit ihren vielfach stark getorften Single Malts als Bild vor Augen. Doch Schottlands Inseln haben mehr zu bieten und auf vielen Inseln vor der Küste Schottlands werden heute mit grosser Leidenschaft und teilweise schon sehr langer Tradition hervorragende Whiskys destilliert.
Old Man of Storr auf der Isle of Skye

Orkney, Skye, Mull, Jura oder Arran sind bekannte Ziele für Liebhaber dieser Insel-Malts. Und neue Ziele kommen dazu. Machen wir eine Entdeckungsreise zu den Whiskys der schottischen Inseln… Schottland ist umgeben von kleinen Inseln, auf welchen kleine und etwas grössere Destillerien ihre charakteristischen Single Malts herstellen.

Zu den bekannteren Namen gehören sicher Talisker von der Isle of Skye, Highland Park oder Scapa von den Orkney-Inseln und Tobermory/Ledaig von der Isle of Mull. Auch die Whiskys von Jura erleben gerade durch einen Relaunch wieder mehr Aufmerksamkeit. Und die Whiskyinsel Islay?

An Aufmerksamkeit mangelt es den Whiskys von Islay definitiv nicht, stehen sie doch schon immer im Spotlight der Liebhaber der Insel-Whiskys. Dahinter entwickeln sich, nicht nur auf Islay, neue Destinationen auf den Inneren und Äusseren Hebriden mit Destillerien, welche uns in Zukunft mit Whiskys erfreuen könnten.

Die schottischen Inseln bildeten früher eine eigenständige Kategorie und Whiskyregion nach der SWA (Scotch Whisky Association). Heute sind die Insel-Whiskys laut der offiziellen Lesart der SWA zu den Highlands zugehörig. Nur die Insel Islay hat den Status als eigene Region behalten dürfen.

Nicht alle Whiskys der Inseln zeichnen sich durch ein intensives Torfaroma aus, auch wenn das oftmals so behauptet wird. Die meisten Whiskys der Inseln kennzeichnen heute eher zurückhaltend eingesetzten Torf sowie oftmals maritime Noten in Aroma und Geschmack der Whiskys.

Der Norden

Machen wir eine gedankliche Reise zu diesen Destinationen und beginnen bei den nördlichen Inseln. Zu diesen gehören Orkney und Skye, die hoch im Norden dem stürmischen Wetter und den kräftigen Wellen des Atlantiks ausgesetzt sind. Shetland gehört (noch) nicht dazu, da dort heute zwar schon Gin hergestellt wird, die Whiskyproduktion aber bisher noch nicht stattfindet.

Nördlich vom Festland Schottlands liegt die Inselgruppe Orkney. Um die 70 Inseln sind um die Hauptinsel Mainland (nordisch: Meginland) verteilt. Auf Mainland befinden sich die beiden nördlichsten Brennereien Schottlands: Highland Park und Scapa.

Highland Park gilt dabei als nördlichste Brennerei Schottlands und hat ihren eigenen Stil gefunden, der auch in der Präsentation sehr stark an die nordischen Sagen und Götterwelten anknüpft. Nicht umsonst hat Orkney eine Flagge, welche der Norwegens sehr ähnelt.

Ihren Namen haben die Inseln von den Wikingern erhalten. Der Name Orkney leitet sich vom altnordischen Orkneyjar ab und kann mit «Insel der Seehunde» übersetzt werden. Auch viele weitere Ortsnamen erinnern an die Zeit der Wikinger. Durch eine Heirat fielen die Inseln im 15. Jahrhundert zurück an Schottland.

Orkney liegt zwischen Atlantik und Nordsee. Durch die Nähe zum Golfstrom ist das Klima kühl, aber dennoch gemässigt. Perfekte Bedingungen für eine lange und langsame Whiskyreifung.

Marwick Head auf Orkney, der (noch) nördlichsten Whisky-Insel Schottlands

Als eine der wenigen Destillerien arbeitet die Destillerie Highland Park bis heute sehr traditionell. Highland Park besitzt eigene Malzböden, die sogenannten floor maltings, zur Herstellung eines Teils ihres eigenen Malzes. Dort wird das eingeweichte Getreide zur Keimung gebracht. Diese Prozedur dauert mehrere Tage und ist äusserst arbeitsintensiv, da die Gerste etwa alle acht Stunden von Hand gewendet werden muss.

Anschliessend trocknet die Brennerei das «grüne Malz» in den beiden eigenen Malzdarren (Kiln). Torf und etwas Heidekraut verleihen dem Rauch eine gewisse Würzigkeit und Süsse. Für die Destillation nutzt Highland Park Wasser aus der nahegelegenen Cattie Maggie Quelle. In zwei Wash und zwei Spirit Stills entsteht das Destillat, welches anschliessend für mehrere Jahre in ehemaligen Sherry- und Ex-Bourbon-Fässern lagert.

Scapa, die zweite und oftmals vergessene Destillerie auf Mainland Orkney, ist weniger gut bekannt, trotz eines neu geöffneten Besucherzentrums. Ihre ungetorften Whiskys finden vielfach den Weg in die Blends von Chivas Regal und Pernod Ricard, doch sind auch ihre Single Malts durchaus beeindruckend. Überwiegend in Ex-Bourbon-Fässern gereift, zeigen sie den Charakter der Insel ohne torfige Noten.

Der Nordwesten

Die Insel Skye, nordwestlich gelegen, ist die grösste Insel der Inneren Hebriden. Sie ist vor allem für ihre wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaft und das im Sommer sehr milde Klima bekannt. Während des restlichen Jahres wird es nass, kühl und vor allem windig; nicht umsonst trägt die Insel den Beinamen «Insel des Nebels ».

Auf Skye gibt es mittlerweile zwei Destillerien: die etablierte Talisker Destillerie und die Torabhaig Destillerie, welche erst im Februar 2021 einen dreijährigen Single Malt Whisky veröffentlicht hat. Talisker wurde 1831 von den Brüdern Hugh und Kenneth MacAskill erbaut und liegt direkt an der Südküste des Meeresarms Loch Harport. Bekannt geworden ist sie durch die Classic Malts und ihre speziell geformten Brennblasen und Kühler.

Talisker-Liebhaber finden an diesem Whisky die immer wieder gern zitierte Pfeffernote im Nachklang des Whiskys spannend, welche sich aus der besonderen Form der zwei Wash Stills und drei Spirit Stills (und den Kühlern in Spiralform, die auch unter dem Namen Worm Tub bekannt sind) ergeben soll. Insgesamt wird in fünf Brennblasen destilliert.

Whisky gereift wird hier aber schon lange nicht mehr (auch wenn es noch Lagerhäuser hinter der Destillerie gibt). Das frische Destillat wird mit Tankwagen auf das Mainland Schottland gebracht, wo es dann in den Lagerhäusern seines Mutterkonzerns Diageo reift.

Gleiches gilt auch für die neue Destination, Torabhaig. Die Destillation und der gesamte Prozess der Whiskyherstellung findet in der kleinen, fast «romantisch» zu nennenden Destillerie auf Skye statt; die Reifung aber auf dem Mainland Schottland beim Mutterkonzern. In Vorbereitung (und Ankündigung) ist hier bereits die zweite Abfüllung der Destillerie für dieses Jahr. Die erste Abfüllung war sehr vielversprechend, doch wird erst die Zeit zeigen, welches Potenzial noch in den Abfüllungen zu finden sein wird.

Die Isle of Raasay ist eine neue Whisky- Destination der Hebrideninseln. Eine erste legale Brennerei auf der Insel im Nordwesten Schottlands, zwischen der Insel Skye und dem Mainland Schottland angesiedelt, hat sich zur Aufgabe gemacht, die Kultur von Raasay in ihrem Whisky zu verewigen. Mit der ersten Raasay-Gerste seit einer Generation bis hin zur Herstellung des ersten Single Malts auf der Insel in der schottischen Whisky-Geschichte und mit Wasser aus einem keltischen Brunnen tief unter der Brennerei.

Dabei ist Whisky nicht neu für Raasay, wurde hier doch, in Jahrhunderten illegaler Destillation verwurzelt, bereits Whisky hergestellt. Doch ist der erstmal 2020 veröffentlichte Whisky ein Novum, denn er ist legal, in kleinen Chargen, produziert! Getorft und ungetorft ist der Whisky von Isle of Raasay in erster Abfüllung: ein Roggen-Whisky, gereift in Chinkapin-Eiche und zuerst in Bordeaux-Rotweinfässer gefüllt. Noch sind es sehr kleine Chargen, meist für Whisky-Sammler und weniger für den grossen Whiskymarkt gedacht, doch wird die Zeit zeigen, wie gerade diese kleinen Destillerien sich weiterentwickeln können und werden.

Inseln Mull und Jura

Die Insel Mull ist die drittgrösste Insel Schottlands und ebenfalls Teil der Inneren Hebriden. Die Hafenstadt Tobermory im Nordosten der Insel ist der Hauptort auf Mull. Sie ist für ihre bunten Häuserfronten am Hafen ebenso wie für die gleichnamige Destillerie bekannt.

Tobermory Destillerie (1798 gegründet) produziert zwei unterschiedliche Whiskystile: Whiskys der Tobermory-Serie sind ungetorft, Whiskys der Reihe Ledaig sind getorft und rauchig. Gereift werden die Whiskys normalerweise in ehemaligen (Scotch) Whisky-, Ex-Bourbon- und Sherryfässern.

Hafenstadt Tobermory auf der Isle of Mull

Immer etwas unterbewertet, weil von seinem grossen Nachbarn überdeckt, ist die Insel Jura mit ihrem gleichnamigen Whisky. Der Name der Insel Jura stammt aus dem Altnordischen, dem Vorgänger des heutigen Norwegisch, und bedeutet Insel der Hirsche. Noch heute lebt mehr Rotwild auf der Insel als Menschen. Die Insel liegt an der westlichen Küste Schottlands und wird von ihr durch einen riesigen Meeresstrudel, den Corryveckan Whirlpool, getrennt. Die offizielle Verbindung ist eine normalerweise nur etwa fünfminütige Fährfahrt von der Nachbarinsel Islay.

1810 wurde die erste (und einzige) offizielle Destillerie auf Jura gegründet, jedoch stammen die heutigen Gebäude des bekannten Architekten W. Delme Evans aus den 60er-Jahren. Das Malz für ihre Whiskys bezieht die Destillerie unter anderem aus Port Ellen von der Nachbarinsel Islay. Vier sehr grosse und mächtige Brennblasen bilden die Basis für die hauptsächlich ungetorften Whiskys. Heute hat man neben den klassischen Abfüllungen auch Whiskys aus mehreren Fasstypen (Seven Woods) im Sortiment.

Islay – das Whisky-Mekka Nachbarinsel von Jura ist die südlichste der inneren Hebrideninseln, die Insel Islay, oft genannt für ihre teilweise extrem stark getorften Malze für die Whiskys. Torfrauch ist ein markantes Kennzeichen vieler Single Malts der Insel, doch ist dies nicht immer der Fall.

Der Erfolg als «die Whisky-Insel» kommt von den vielen Brennereien, die derzeit in Produktion sind und den ausgedehnten Torfvorkommen der Insel, welche für den rauchigen Charakter der meisten Malze verantwortlich zeichnen. Der Torf in weitläufigen Moorgebieten ist überwiegend aus Seetang entstanden und ein Grossteil des Quellwassers fliesst auch durch diese Landschaft.

Nutzt man, wie viele Destillerien, den Torf zum Darren, also Trocknen, der gemälzten Gerste, entsteht im Gerstenmalz der gewünschte rauchige Charakter und bringt dadurch die spätere Rauchigkeit in die Whiskys.

«Torfrauch ist ein markantes Kennzeichen vieler Single Malts aus Islay.»

Einige der Brennereien sind seit über 150 Jahren aktiv, Bowmore, mit dem Gründungsdatum 1779, wird dabei als älteste Destillerie der Insel geführt. «Klassische Islay- Whiskys» gelten als besonders kräftig, rauchig und oftmals auch salzig. Doch nicht alle Brennereien und Whiskys sind diesem Stereotyp untergeordnet. Beim genaueren Blick ergibt sich ein Aromengradient vom Norden der Insel in den Süden.

Die nördlichen Brennereien verwenden meist nur dezent getorftes Gerstenmalz. So kommen die Whiskys etwas sanfter und mit weniger Rauch daher. Die Destillerien im Süden setzen für ihre kraftvollen und rauchigen Single Malts auf torfhaltiges Wasser und oftmals Gerste, welche teilweise sehr stark über Torffeuer getrocknet wurde.

Die 1881 gegründete Bunnahabhain-Destillerie liegt im Norden der Insel direkt an der Mündung des Margadale Rivers. Diese war die Inspiration für den gälischen Namen Bunnahabhain. Bis in die 90er-Jahre waren die Destillate von Bunnahabhain eher sehr mild im Torf, doch heute erhält man auch kräftiger torfige Destillate aus der Destillerie.

Neu in der Liste der Islay-Destillerien ist Ardnahoe. Ende 2016 wurde der erste Spatenstich auf dem Brennereigelände an der Nordküste Islays, zwischen den Brennereien Caol Ila und Bunnahabhain, gesetzt. Mit Jim McEwan, ehemaliger Brennmeister von Bowmore und legendärer Master Distiller von Bruichladdich, hat man eine erfahrene und prominente Persönlichkeit des Whiskybusiness als Produktionsmanager an Bord. Die ersten Destillationsläufe fanden im Oktober 2018 statt und das erste Fass wurde dann am 9. November 2018 gefüllt.

Die Destillerie Caol Ila liegt nur wenige Kilometer Luftlinie entfernt in Port Askaig an der Ostküste Islays. Gegründet 1846 und mit einem wichtigen Umbau in den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts liefert sie heute immer noch einen grossen Teil der Basiswhiskys des Johnnie Walker Blends. Mittlerweile hat sie aber auch viele Liebhaber für ihre eigenen Single Malts bekommen. Mit insgesamt sechs Brennblasen, je drei Wash und Spirit Stills, produziert sie 3 Mio. Liter Whisky pro Jahr, welche aber nur selten auf der Insel reifen. Das meiste der Whiskys lagert auf dem Festland.

Von einer der älteren zu einer der jüngsten Destillerien auf Islay, der Farmdestillerie Kilchoman. Sie wurde erst 2005 gegründet und versucht das «Vom-Feld-zur-Flasche-Prinzip» umzusetzen. Für die Whiskys verwenden die Brennmeister vor allem die hauseigene, gemälzte Gerste sowie das eigene, torfhaltige Wasser. Eine Reifung in Ex-Bourbon- sowie Sherryfässer liefern die Reifungsbasis für die Destillate während der Lagerung.

1881 gegründet und 2001 wiedereröffnet ist Bruichladdich Destillerie zu einem Star der Inselwhiskys von Islay avanciert. Sie setzt seit der Wiedereröffnung auf eine traditionelle Herstellung sowie sehr enge lokale Verbundenheit. Ihre Whiskys sind ungetorft (aber über Kohlenrauch getrocknet!) und mit ihren Ablegern, den getorften Varianten von Port Charlotte und Octomore, ist sie heute allseits beliebt.

Die Destillerie der gleichnamigen Inselhauptstadt Bowmore gehört zu den ältesten Brennereien in Schottland. 1779 erhielt sie ihre offizielle (!) Lizenz, denn schon vorher wurde hier wohl illegal destilliert. Der Charakter der Whiskys ergibt sich aus der Kombination des torfhaltigen Wassers aus dem Laggan Fluss sowie des in der Destillerie hergestellten getorften Malzes.

Weiter im Süden findet man die drei Malts der Kildalton-Reihe, deren Namen jedem Liebhaber rauchiger Malts das Herz aufgehen lassen: Ardbeg, Lagavulin und Laphroaig. Die am weitesten östlich zu findende der drei Brennereien, Ardbeg, liegt an der Südküste östlich von Port Ellen und wurde bereits 1815 gegründet. Ardbeg ist bekannt durch seine frischen, dennoch kraftvoll-torfigen Whiskys sowie überraschende Zitrusanklänge im Destillat. Das Wasser stammt aus zwei Seen in der Umgebung: Loch Arinambeist und Loch Uigeadail.

Schottlands Inseln haben also einiges an Whisky- Destillerien, und damit Destinationen für einen Besuch, zu bieten.

Unweit von Ardbeg liegt die 1816 offiziell gegründete Lagavulin-Destillerie. Destillationsaktivitäten gab es an dieser Stelle wohl schon 1742, wo man von ungefähr 10 illegalen Destillerien an diesem Ort berichtet. Bekannt wurde die Lagavulin Destillerie und ihr Whisky erst durch die Classic Malts, repräsentierte sie doch mit dem 16-jährigen Whisky nicht nur den ältesten, sondern auch kräftigsten Whisky dieser Reihe. Lagavulin ist stolz auf die Verwendung lokaler Zutaten und ist auch heute immer noch ein wichtiger Baustein der Classic Malts of Scotland.

Weiter Richtung Port Ellen kommt man zur Laphroaig-Destillerie. Der Slogan «love it, or hate it» hat diese Destillate berühmt gemacht. 1815 offiziell gegründet, produziert die Destillerie bis heute mit eigenem Malz, zumindest einen Teil der Whisky und hat damit einen weltweit Fanbase aktiviert.

Weitere Destillerien (z.B. Elixir) sind auf Islay geplant und werden die Zahl der bereits existierenden Destillerien und den Ruf der Insel als Whisky-Mekka erweitern.

Der Süden

Die südlichsten Destillerien der Region Highlands (und damit auch auf den «Inseln» angesiedelt) sind die Destillerien auf der Isle of Arran: Arran-Destillerie (ehemals Lochranza) und Lagg-Destillerie. Beide gehören zusammen, produziert doch die eine seit 1995 einen ungetorften Single Malt mit sehr vielen unterschiedlichen Finishes und die andere seit 2019 eine torfige Variante. Die Arran-Destillerie (eröffnet 1995) ist an der Nordspitze der Insel, Lagg (gegründet 2017) an der Südspitze der Insel Arran angesiedelt.

Während Arran-Destillerie schon bekannt ist, findet Lagg erst jetzt langsam Beachtung. Dies mag daran liegen, dass noch kein dreijähriger Whisky auf dem Markt ist (wie ja auch bei Ardnahoe), aber schon New Make (das frische Destillat) zu bekommen ist.

Die Geschichte ist jedenfalls schon hunderte von Jahren alt: um ihr Einkommen zu erhöhen, machten kleine Arran-Gemeinden ihre eigenen Destillate in illegalen und hausgemachten Brennanlagen. Der daraus resultierende Whisky, der als «Arran Waters» bekannt wurde, wurde aus dem Ort Lagg geschmuggelt und auf dem schottischen Festland verkauft. Definitiv ein Platz mit Tradition für diese neue Destillerie!

Der Westen

Neue Destillerien schiessen in Schottland seit vielen Jahren überall aus dem Boden. Es ist Goldgräberstimmung! Daher verwundert es nicht, dass Whisky auch auf den Western Isles hergestellt wird.

Die Abhainn Dearg Distillery auf der Isle of Lewis and Harris ist die westlichste Destillerie Schottlands und eine von nur zweien auf den Äusseren Hebriden. Die Insel unterteilt sich durch eine imaginäre Grenze in das südliche Harris und das nördliche Lewis. Sie zählt zu den Äusseren Hebriden und ist nach Grossbritannien und Irland die drittgrösste Landmasse des vereinigten Königreichs.

Abhainn Dearg, gegründet bereits 2008, steht für eine junge Generation von Whisky-Brennern. Zeit ist hier relativ, was man daran erkennen kann, dass dieser Whisky nicht bereits als dreijähriger sofort verkauft wurde; die Erstabfüllung erhielten die ersten 100 Flaschen im Jahre 2018 erst nach 10-jähriger Reifung.

Das Prinzip des «vom Feld bis in die Flasche» wird hier verfolgt. Alles kommt von der Isle of Lewis and Harris, auch die Gerste. Dafür haben die Besitzer von Abhainn Dearg in der Umgebung Felder gekauft und beziehen zusätzlich noch Gerste von der Melbost Farm. Die Wasserquelle ist das namensgebende Flüsschen «Abhainn Dearg» (gälisch für «roter Fluss»); die Flaschen werden per Hand selbst abgefüllt und mit Etiketten beklebt.

Es gibt zwei Mash Tuns mit einer Kapazität von einer halben Tonne und zwei Wash Backs, die maximal 7 500 Liter aufnehmen können. Im Anschluss an die Fermentation wird in der Wash Still (ca. 2 200 Liter) und dann in der Spirit Still (ca. 2 000 Liter) destilliert. Das Endprodukt der Destillation wird in gebrauchten Bourbon- oder Sherry-Fässern vor Ort gereift.

Auf den Äusseren Hebriden gibt es seit Oktober 2015 in Tarbert auf Harris noch die Isle of Harris Distiller, die derzeit aber noch keinen Whisky als Produkt vorzuweisen hat. In der Umsetzung ist der leicht getorfte The Hearach Single Malt Whisky. Die Harris Distillery wäre dann die zweite Whisky-Brennerei der Insel Lewis and Harris.

Schottlands Inseln haben also einiges an Whisky- Destillerien, und damit Destinationen für einen Besuch, zu bieten. Eine Reise, die sich lohnt und die mit neuen Destillerien in der Zukunft mit Sicherheit noch weitere Anlaufpunkte bieten wird. Auf eine gute, interessante Reise!

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