Ehrgeizig und diszipliniert

Das grosse Interview mit Elmir Medunjanin, Director of Bars & Lounge Appenzeller Huus

Im neuen «Huus Quell», der 5-Sterne-Erweiterung des «Appenzeller Huus», lebt Elmir Medunjanin seinen Traum: eine Bar, die keine Wünsche offenlässt und in neue Dimensionen vorstösst. «Alles hier durfte ich ganz nach meinen Wünschen zusammenstellen.

Eine einzigartige Chance», sagt der Barprofi, der die Pläne für das «Botanicum» selbst gezeichnet hat. Das Interieur und die technische Ausstattung des nach Feng-Shui-Kriterien gebauten Lokals sind spektakulär. Blickfang ist sicher die grüne Wand mit 144 Töpfen, in denen die verschiedensten Gewächse spriessen. Sogar Boswellia, die Pflanze, aus der man Weihrauch macht. Direkt über der grossen Bar aus Quarzit hängt eine Metallwolke mit 100 Glühbirnen, die ein Lichtkünstler mithilfe von KI so eingestellt hat, dass sie sich stets dem Licht draussen anpasst. Das Soundsystem, das vom Team der renommierten White Mirror Studios konzipiert wurde, schafft in jedem Bereich des «Botanicum» eine andere Geräuschkulisse. In dieses einzigartige Konzept tauchten wir ein und trafen Elmir im «Botanicum».

BAR NEWS: Beschreibe uns kurz deinen Weg.
Elmir: Ich bin in einer Basketballfamilie aufgewachsen. Meine Mutter und mein Onkel waren Profibasketballer und mein Vater war deren Manager. In einer solchen aufzuwachsen ist etwas ganz Besonderes. Es gibt viel Druck, die Disziplin ist ganz wichtig und den inneren Schweine-hund darf es eigentlich gar nicht geben. Die Schule war für mich sehr schwierig, es war nicht meine Welt; ich musste etwas machen, was mich nicht so interessierte. Ich besuchte die Volksschule und das Gymnasium, aber mit 15 Jahren habe ich sie verlassen. Ich fokussierte mich auf etwas anderes.

Ich wusste von meinen Fähigkeiten im Basketball und schlug diese Sportkarriere ein. Zuerst spielte ich in Österreich in der 2. Bundesliga und auch in verschiedenen Auswahlen im Nationalteam. Leider erlitt ich dann eine schwere Sportverletzung, die mich praktisch zwei Jahre an der Ausübung meines Berufs hinderte. Danach wurde es für mich schwierig, da auch noch weitere Verletzungen hinzukamen.

Ich musste mich nach neuen Möglichkeiten umsehen, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Bei verschiedenen Jobs merkte ich, dass mir der Dienstleistungssektor sehr gut gefiel. Durch Zufall kam ich dabei in die Gastronomie, zuerst als Tellerwäscher, später als Barback in einer Disco. Durch eine Krankheit eines Barmitarbeiters musste ich also als Barkeeper einspringen. Dies war im angesagtesten Club von Innsbruck – dem Blue Chip.

Da merkte ich, dass alle an der Bar von mir etwas wollten und ich gut damit umgehen konnte – und das gefiel mir. Hier spürte ich, dass ich im Mittelpunkt des Geschehens war und angesehen war als Barkeeper in einem Nachtclub. Viel Fun war dabei. Am Ende war ich der Head Bartender.

Dann hast du dem Clubleben Ade gesagt?
Ja, nach gut drei Jahren kam jemand auf mich zu und fragte mich, ob ich nicht auch mal die Welt der Restaurants oder die Hotelwelt kennenlernen möchte. So kam ich in einen Biergarten mit 120 Sitzplätzen. Eine ganz andere und für mich neue Welt. Hier wusste ich, dass die Gäste in Spitzenzeiten innerhalb kürzester Zeit bedient werden wollen. Das klappte und ich genoss es auch, dass viel von den Gästen zurückkam, sehr oft in netten Worten, aber oftmals auch in Form von Trinkgeld. Vielleicht einer der grossen Unterschiede zum Profisport, in dem selten etwas zurückgekommen ist. Es wurde immer mehr Leistung gefordert. Du musst immer besser und besser werden und bekommst kaum Anerkennung und erst wenn du ganz oben bist, wird es besser. Dafür musst du auch mit sehr viel Kritik umgehen können.

Und wie ging es weiter?
Es kam die obligatorische Militärzeit. Hier lernte ich Disziplin. Danach trat ich in die Hotellerie ein und kam ins damalige 4-Sterne-Schlosshotel Fiss. Hier erlebte ich wiederum eine vielfältige Welt der Gastronomie und der direkte Gästekontakt gefiel mir je länger je mehr. Die Gastronomie gibt dir, egal wo du bist und in welchem Bereich du arbeitest, so viele Chancen, dass du auch immer wieder ans Limit kommst, aber dir auch wieder Ansporn gibt aufzusteigen. Die Gastronomie gibt dir auch ein Ticket, um die Welt zu erkunden. So arbeitete ich auf den Philippinen, in Mexiko, in Berlin, in Rostock und dazwischen immer wieder mal in meiner Heimat Österreich. Meinen persönlichen Durchbruch bei der Arbeit an der Bar hatte ich in Norwegen, wo ich in der besten Bar arbeiten durfte.

Was führte dich in die Schweiz?
In der Schweiz zu arbeiten war immer mein Traum. Insbesondere die Schweizer Hotellerie war für mich die Weltelite in der Hotellerie. Sowohl kulinarisch als auch was die Qualität anbelangt. So habe ich mich für das Chedi beworben. Barmanagerin war damals Marie Gerber. Nochmals eine ganz neue Welt. Der Einstieg war nicht einfach und ich musste viel lernen. Die Chedi-Welt war nochmals eine ganze andere Hotelwelt, als ich bisher kannte. Hier blieb ich dann fünf Jahre und durfte nach dem Weggang von Marie Gerber die Leitung der Bar übernehmen.

Das ganze Interview liest du in der Magazin Ausgabe 2-2026.

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