Was die Besten der Branche beschäftigt

Umfrage 2026 bei den 101 besten Bars

Wo steht die Schweizer Barszene heute und wie hat sie sich entwickelt? Mit welchen Themen werden oder sollten wir uns in Zukunft näher befassen?

Einmal im Jahr erscheint der SWISS BARGUIDE mit den besten 101 Bars der Schweiz in neuer Auflage. Im Sinne der Barkultur und ihrer Vielzahl an Akteuren wollte die Redaktion von BAR NEWS von diesen Bars auch erfahren Wo steht die Schweizer Barszene heute und wie hat sie sich entwickelt? Mit welchen Themen werden oder sollten wir uns in Zukunft näher befassen? Nachfolgend finden Sie die anonymisierten Ergebnisse der wichtigsten Resultate der grossen Marktumfrage bei den besten 101 Bars der Schweiz 2026.

Die Schweizer Bar-Branche ist nach wie vor ein Handwerk kleiner Betriebe. Im Schnitt beschäftigen die befragten Bars rund «vier Vollzeitmitarbeitende» – Grosse Betriebe kommen auf zehn (+) Stellen, einzelne stemmen das Tagesgeschäft auch nur mit einer Person. Teilzeitkräfte spielen eine zentrale Rolle: Die meisten Betriebe stützen sich auf zwei bis fünf Teilzeitstellen.

Der Frauenanteil ist erfreulich ausgewogen: Rund die Hälfte der Betriebe beschäftigt zwischen 20 und 50 Prozent Frauen, knapp ein Fünftel zählt sogar 70 bis 79 Prozent weibliche Mitarbeitende.

Cocktails im Zentrum – Alkoholfrei auf dem Vormarsch

Die Barkarte ist das Herzstück jedes Betriebs – und sie zeigt klar, wo die Reise hingeht. Im Vergleich zum letzten Jahr hat sich die Anzahl der präsentierten Drinks etwas reduziert. Durchschnittlich 28 Cocktails und Highballs stehen auf den Karten der befragten Bars, dazu kommen rund 10 alkoholfreie Cocktails (Mocktails). Bier und Wein ergänzen das Angebot. Auch beim Kaffee hat sich die Bar als vollständiger Gastgeber etabliert: Drei von vier Betrieben (75 Prozent bieten Kaffee an.

Die Barkarten werden mehrheitlich zwei- bis viermal jährlich aktualisiert – saisonal angepasst, teils mit permanenten Sonderkarten für Wein oder saisonale Specials. Klar zeigt die Umfrage, dass 50 Prozent der Betriebe die Karte zweimal pro Jahr anpassen.

Verkaufsentwicklung (Prognose)

Besonders aufschlussreich ist die Einschätzung der Barbetriebe zur Verkaufsentwicklung (Prognose) der verschiedenen Produktkategorien im laufenden Jahr:

Klare Gewinner:

  • Alkoholfreie Cocktails – mit Abstand der stärkste Aufwärtstrend: Fast alle Befragten erwarten ein Plus oder starkes Plus.
  • Low-ABV-Drinks (Getränke mit wenig Alkohol) – ebenfalls klare Gewinner.
  • Bitter & Vermouth – ein stabiler Aufwärtstrend, die Mehrheit der Betriebe erwarten Zuwachs.
  • Tequila / Mezcal – im Kommen: knapp 50% der Betriebe mit positivem Ausblick.

Unter Druck:

  • Grappa (Marc) – der grösste Verlierer: 14 von 21 Betrieben erwarten sinkende oder stark sinkende Verkäufe.
  • Brandy / Cognac / Armagnac.
  • Gin – der einstige Liebling zeigt Ermüdungserscheinungen.
  • Absinthe –rückläufig.

Chancen & Risiken

Personalmangel, Konsumwandel, Unberechenbarkeit: Die drei grossen Sorgen. Die offene Frage nach den grössten Herausforderungen hat viel Ehrlichkeit zutage gefördert. Drei Themen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Antworten:

Gute Mitarbeitende finden: «Bei der aktuellen Personallage auf dem Markt, die hohe Qualität aufrechtzuerhalten» – so bringt es ein Betrieb auf den Punkt. Mehr als die Hälfte der befragten Bars bewertet die Stellensuche als schwierig oder sehr schwierig.

Rückläufiger Alkoholkonsum: Was die Trenddaten bestätigen, spüren die Barleute im Tagesgeschäft: Der Alkoholkonsum geht zurück. Für Bars, die ihr Geschäftsmodell traditionell auf Spirituosen aufgebaut haben, ist das eine strukturelle Herausforderung – aber auch eine Chance für kreative alkoholfreie Konzepte.

Unberechenbare Gästefrequenz: «Was früher einschätzbar war, ist heute komplett unmöglich vorherzusagen» – dieser Satz trifft den Nerv vieler Betriebe. Schwache Wochentage, plötzliche Stosszeiten, veränderte Ausgehgewohnheiten vor allem bei den 20- bis 30-Jährigen: Die Planbarkeit des Alltags hat gelitten.

Nachhaltigkeit & Umwelt

Auch beim Thema Umwelt zeigen die besten Bars Flagge: Eine klare Mehrheit der Betriebe hat in den vergangenen zwölf Monaten konkrete Massnahmen für einen ressourcenschonenderen Betrieb umgesetzt. Wer noch nicht gehandelt hat, plant es. Die Branche bewegt sich – auch wenn der Druck von aussen zunimmt.

Fazit: Eine Branche im Wandel – mit Haltung Die BAR-NEWS-Umfrage unter den besten Bars der Schweiz zeigt: Die Branche ist lebendig, kreativ und anpassungsfähig. Sie reagiert auf den Zeitgeist mit mehr alkoholfreien Optionen, saisonalen Karten und einem wachsenden Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Gleichzeitig kämpft sie mit echten strukturellen Problemen – Fachkräftemangel, Konsumwandel und schwer planbarem Alltag.

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