Künftig werden alle Programme ausschliesslich berufsbegleitend angeboten. Dieser Schritt geht über die Hospitality-Branche hinaus und sendet ein klares Signal an die gesamte Schweizer Bildungslandschaft. Die zentrale Frage lautet nicht nur für Hotels, Restaurants oder Tourismusbetriebe: Wie können Fach- und Führungskräfte weitergebildet werden, ohne sie für mehrere Jahre aus dem Arbeitsmarkt zu nehmen.
Lernen und arbeiten gleichzeitig – ein Modell für die Zukunft
Im Schweizer Arbeitsmarkt steht das Thema Fachkräftemangel seit Jahren weit oben auf der Agenda. Laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) fehlten 2025 in der Schweiz über 110 000 qualifizierte Arbeitskräfte. Besonders stark betroffen sind Branchen wie das Gastgewerbe, das Gesundheitswesen, die IT-Branche und der Handwerkssektor. Traditionelle Vollzeitweiterbildungen begünstigen das Problem, da sie oft einen längeren Berufsunterbruch verlangen.
Dagegen setzt die Hotelfachschule Thun auf das Modell der berufsbegleitenden Weiterbildung. Studierende bleiben während der gesamten Ausbildung berufstätig und arbeiten meist 50 bis 70 Prozent. «Die Zukunft der höheren Berufsbildung liegt in der Kombination von Lernen und Arbeiten», erklärt Raphaël Gaudart, Site- Manager und Schulleiter. «Qualifizierte Mitarbeitende werden heute und nicht erst nach dem Studienabschluss benötigt. Weiterbildung muss Teil der Lösung sein und darf den Fachkräftemangel nicht verschärfen.»
Vorteile für Unternehmen und Wirtschaft
Für Unternehmen bedeutet dieses Modell eine unmittelbare Entlastung. Beschäftigte bleiben im Betrieb, bringen kontinuierlich neues Wissen mit und setzen es sofort in der Praxis um. Dies erhöht den betriebsinternen Know-how-Transfer und steigert die Innovationsfähigkeit.
Hotelfachschule Thun
hfthun.ch


