Swiss Cider Summit 2026

Cider bringt sich in Stellung für die Zukunft

Das Swiss Cider Summit hat am 6. Februar 2026 zum zweiten Mal stattgefunden und im Rahmen der Fachmesse GLUG.Swiss über ein Dutzend Schweizer Cider-Produzenten zusammengeführt. Sowohl traditionsreiche Häuser als auch erst seit wenigen Jahren aktive Kleinproduzenten trafen sich, um ein Bild zu den aktuellen Trends zu erhalten.

Im Zentrum des Branchentreffens standen der Austausch unter den Herstellern und diversen Fachstellen wie auch das Aufzeigen von Herausforderungen und Chancen für die Cider-Kategorie in der Schweiz. Mit gemeinsamen Massnahmen soll die Entwicklung des heimischen Cider-Marktes neue Konsumenten ansprechen und zusätzliche Konsummomente bedienen.

Dass Cider aufgrund seiner ausgesprochen breiten Geschmacksvielfalt überdurchschnittlich viele Konsummomente bedient, hat ihm den Ruf als Chamäleon der Getränkebranche eingebracht. Diese Wahrnehmung wird unterstützt durchs Auftreten mit stets unterschiedlichen Kleidern. Egal ob «on Tap» im Pub, in der Dose für unterwegs, in der an Bier erinnernden 33cl-Glasflasche, der Bügelflasche mit Kultstatus oder auch einer eleganten Schaumweinflasche – er passt sich der Situation an.

Je nachdem, welcher Sub-Kategorie ein Cider angehört und für welchen Genussmoment er gedacht ist, bietet er sich unterschiedlich an. Die Teilnehmer waren sich einig: Ist zwar schön und bringt viele Vorteile mit sich – jedoch muss man als Branche auch anerkennen, dass diese Vielfalt auch eine umso intensivere Aufklärung des Marktes mit sich führt. Der Grossteil der Konsumenten ist Stand heute noch zu weit weg von diesem mit rund 1.5 Liter / Kopf konsumierten Nischenprodukt. Fazit: Bekanntmachung und Aufklärungsarbeit stehen ganz oben auf der Prioritätenliste der Hersteller, um Verständnis zu schaffen und Vorzüge zu untermauern.

Zu den während des Summits hervorgehobenen Vorzügen, auf die man weiter setzen wird, zählte die äusserst hohe Qualität von alkoholfreien Cider-Varianten. Diese haben über die letzten 20 Jahre am Markt eine hohe Akzeptanz erlangt und sich erfolgreich etabliert. Laut dem Bundesamt für Landwirtschaft wurden Stand 2023 auf dem Schweizer Markt mehr alkoholfreie Apfelweine als solche mit Alkohol verkauft bzw. konsumiert. Das spricht für sich. Der Verkauf von reinem Trinkalkohol ist von 2001 bis 2025 von 10,6 Liter auf 7,6 Liter pro Kopf zurückgegangen*.

Bier, Wein und Spirituosen haben mit dieser einschneidenden Entwicklung zu kämpfen und versuchen, so weit es geht, mit entalkoholisierten Produkten dagegenzuhalten. Der traditionelle Most und die moderneren Cider-Interpretationen sind an dieser Stelle jedoch einen Schritt voraus und konnten den Ausstoss über die letzten Jahre mehr oder weniger stabil halten, indem früh auf alkoholreduzierte oder alkoholfreie Apfelweine bzw. Cider gesetzt wurde.

Neben einer Wiederholung des im letzten Herbst erfolgreich in die erste Runde gestarteten Cider Festival Markthalle Basel wird in der Cider-Szene bereits an einem ähnliches Festival-Format in Zürich sowie einem Cider Pop-Up gefeilt. Fest steht, dass es rund um den vergorenen Apfelsaft weiterhin spannend bleibt und die systematische Marktbearbeitung Fahrt aufnehmen dürfte. Man möge sich auf die zunehmende Präsenz von Cider-Spezialitäten auf Getränkekarten freuen. Egal ob mit oder ohne Alkohol trifft diese Nische und deren Köpfe dahinter den Zeitgeist mehr denn je.

* (Quelle: Bundesamt für Gesundheit & Obsan, Schweizerisches Gesundheitsobservatorium).

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