Absinthe.

Vor 110 Jahren beschloss die Schweizer Stimmbevölkerung, den Absinthe in die Illegalität zu verbannen. Seit 2005 ist die grüne Fee in der Schweiz wieder legal – doch noch immer umhüllt ein verführerischer Hauch von Verbotenem die traditionsreiche Spirituose mit den Wurzeln im Val-de-Travers.

Nach einer guten Viertelstunde mit leichter Steigung erreicht man mitten auf dem Waldweg einen Brunnen. Das frische Wasser ist kühl und lädt ein, seinen Durst zu stillen. Wer aber das Geheimnis kennt, muss sich nicht mit Wasser begnügen. In einem geheimen Versteck steht eine angebrochene Flasche mit einer klaren Flüssigkeit. Mit dem klaren Brunnenwasser verdünnt, verwandelt sich die nach Anis, Wermut und Fenchel riechende Mixtur. Die ätherischen Öle, die in Alkohol, nicht aber in Wasser löslich sind, werden sichtbar. Auf der Zunge hinterlässt die «fée verte» nicht nur einen herben Geschmack, sondern auch ein leicht betäubendes Gefühl.

Einige Minuten Fussmarsch später blickt man gut gelaunt auf die bunten Blumenwiesen und die pittoresken Dörfer des Val-de-Travers, einem Tal im Neuenburger Jura. Hier wurde – trotz einem Verbot, das fast hundert Jahre währte – seit jeher Absinthe destilliert, abgefüllt, verkauft und getrunken. Von Schwarzbrennern, Lehrern und Pfarrern über Polizisten zu Handwerkern und Bauern, sie alle haben sich in die mysteriöse grüne Fee verliebt.

Das Geheimrezept der Kräuterhexen

Um die Anfänge der grünen Fee ranken sich viele Mythen und Legenden. Mit Absinthe ist aber ein Name verbunden, der auch heute noch bekannt ist für seinen anishaltigen Aperitif. Noch bevor Napoleon in die alte Eidgenossenschaft einmarschierte, liess sich die Familie von Henry-Louis Pernod im Val-de-Travers nieder. Er heiratete in die Familie von Daniel-Henry Dubied ein, der bereits vor dem Jahr 1797 in Couvet sein Extrait d’Absinthe destillierte.

Aus finanziellen Gründen entschied sich Pernod später, eine Distillerie im französischen Pontarlier zu eröffnen und gründete im Jahr 1805 Pernod Fils. Aber auch wenn die Distillerie von Major Daniel-Henry Dubied und später jene von Pernod in Frankreich die ersten grösseren Absinthe-Brennereien der Region waren bzw. werden sollten, so waren sie nicht die Erfinder des Absinthes.


Den ganzen Artikel lesen Sie in der Printausgabe 1-2018 des Fachmagazins BAR-NEWS.

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