Sie gelten als «Next Big Thing»: die Highballs. Bei Barkeepern und Gästen sind sie hoch im Kurs, denn einerseits lassen sich diese «karbonisierten Longdrinks» schnell – sprich ohne Shaken und Rühren – direkt im Gästeglas zubereiten, andererseits sitzt der Gast – bedingt durch das grössere Glas – nicht bereits nach kurzem wieder auf dem Trockenen.
Wer Highballs trinkt, wird zum Getränk zudem wohl kaum nach einem Glas Wasser verlangen – was noch weniger Aufwand für den Barkeeper bedeutet.

Es ist unter der Woche, du hast frei und triffst dich mit deinen Freunden, welche nicht in der Gastronomie tätig sind, in einer Bar. Deine Freunde haben ein intensives Wochenende hinter sich und sind auf der Suche nach etwas Unkompliziertem und Erfrischendem. Beim Blick in die Barkarte bleiben sie auf der Seite mit den Highballs hängen.

Ein Highball besteht aus einer oder mehreren Spirituosen, viel Eis, einem Filler und wird im Highball-Glas serviert. Dieses ist ein hohes schmales Glas, welches verhindert dass die Kohlensäure zu schnell verschwindet. Bis 1904 konnte dies 1:1 übernommen und umgesetzt werden.

Es wurden keine weiteren Zutaten genutzt und als Filler wurde nur Soda verwendet. Einer der bekanntesten Drinks war damals sowie auch heute der Scotch & Soda. Ab 1904 wurde es etwas undurchsichtiger und ein Drittel aller Rezepte bis 1933 schlug Ginger Ale als Filler vor. Zitronenzesten und Zitronensaft wurden in seltenen Fällen hinzugegeben.

Nach der Prohibition ab 1933 wurde Ginger Ale immer beliebter und etwa 50 % der Highballs wurden mit Ginger Ale gemixt. Zudem wurden häufiger Zitronenzesten hinzugefügt.

Wenn wir die klassischen Getränkekategorien unter die Lupe nehmen, wird schnell klar, dass wir fast alle Longdrinks unter «Highballs» vermarkten.

Highball: Spirituose + Sprudelgetränk (+ Aromageber)
Buck: Spirituose + Ginger Ale (+ Aromageber) + Zitrussaft (+ Zitrusschale)
Rickey: Spirituose + karbonisiertes Wasser (+ Aromageber) + Limettensaft (+ Limettenschale) (+Zucker)
Collins: Spirituose + karbonisiertes Wasser + Zitronensaft + Zucker
Optionale Zutaten in Klammer.

Heutzutage sind den Highballs kaum Grenzen gesetzt. Das Wichtigste ist dennoch Eis und ein karbonisierender Filler. Kombinationen mit Kräutern, Früchten, Zitrussäften etc. sind weit verbreitet und sehr beliebt. Dadurch, dass Highballs direkt im Glas zubereitet werden, sind diese sehr unkompliziert, garantieren einen schnellen Service und sind in jeder Bar umsetzbar.

Für das Barpersonal sowie für die Gäste ist dies in hochfrequentierten Zeiten ein wahrer Gewinn.

Geschichte der Highballs

Der Highball ist ein Klassiker, welcher in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus von Barkeepern und Gästen rückte. Doch wie entstand der Highball und was steckt dahinter?

Der Begriff Highball war bereits in den 1890ern in Gebrauch und wurde erstmals in C. F. Lawlor’s «The Mixicologist» im Jahr 1895 und in Harry Johnson’s «Bartender Manual (1900)» schriftlich erwähnt. Dieser wurde wie folgt beschrieben:

1895 Chris F. Lawlor: The Mixicologist.
HIGH BALL
Put in thin ale-glass one lump of ice; fill with syphon seltzer to within an inch of the top, then float one half jigger brandy or whiskey.
Harry Johnson: Bartender’s Manual (1900)
HIGHBALL
(Use a medium size fizz glass)
Mix as follows:
2 or 3 lumps of clear crystal ice
1 wine glass with Scotch Whiskey [sic!]
Fill up a glass with ice-cold syphon
If customer requires whiskey, gin brandy or highball, you must then use the liquor accordingly.

In der gedruckten Ausgabe BAR-NEWS finden Sie einige Beispiele für zeitgerechte Highballs.

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