Reportage von Jürgen Deibel.

Im geographischen Dreieck der südspanischen Städte Jerez de la Frontera, Sanlúcar de Barrameda und El Puerto de Santa Maria ist die Heimat des Brandy de Jerez. Im Schutz der Stadtmauern, oftmals verborgen hinter maurischen Spitzbögen und grossen Toren, verbergen sich die Schätze Andalusiens in kathedralgleich grossen Hallen: Sherry und Brandy de Jerez. Sherry und Brandy de Jerez führen seit vielen Jahren ein vergessenes Dasein, da sie nicht, wie andere grosse Kategorien, im Rampenlicht der Bar stehen. Sie sind altbekannt, weil schon immer da, und gleichzeitig doch nicht wirklich bekannt.

Anlässlich einer Reise zum Finale des Carlos I Wettbewerbs in El Puerto, wurde mir wieder einmal (deutlichst) bewusst, wie vergessen diese Kategorie einerseits in der Barszene ist, andererseits wie vielfältig sie in der Anwendung sein kann. Die Aromenvielfalt und die Komplexität eines Brandy de Jerez bieten sich geradezu an, ihn nicht nur pur, sondern auch in Cocktails und Longdrinks zu geniessen. Und die Historie der Cocktailklassiker kennt auch viele Rezepte, die Brandy de Jerez als wichtige Grundspirituose schon bereits Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts verwendet haben. Ein Klassiker der Bar also!

Doch was ist eigentlich ein Brandy de Jerez?

Fangen wir mit einer allgemeinen Beschreibung von Herstellungsarten von Brandy im Allgemeinen an. Diese sind in vielen Ländern unterschiedlich. Gemeinsam ist spanischem Brandy, französischem Cognac und Armagnac und auch deutschem oder italienischem Weinbrand, dass der Alkohol ausschliesslich aus Wein stammen muss. Welche Trauben, welche Art der Destillation und insbesondere, welche Art der Reifung und der Zusammenstellung ist in den individuellen Kategorien mehr oder weniger stark reglementiert. Die Kategorie des Brandy de Jerez ist, da eine geschützte DO, sehr präzise. Die hochwertigen Brennweine für den spanischen Brandy kommen sowohl aus der Region Jerez als auch aus dem Herzen Spaniens, der La Mancha, berühmt durch Don Quichote oder Sancho Pansa. Daher erklärt sich auch, dass nur die Reifung in den kathedralgleichen Hallen in den Städten des berühmten Sherry-Dreiecks erfolgt. Die Grundweine und die daraus erzeugten Destillate stammen nur noch eingeschränkt aus der Region in Andalusien. Will ein Brandy die Bezeichnung Brandy de Jerez führen, müssen, so die Anforderung des Consejo Regulador, seine Destillate in den Stadtgrenzen der drei Städte ihre Reifung erfahren haben…


Den ganzen Artikel lesen Sie in der Printausgabe 5-2015 des Fachmagazins BAR-NEWS.

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