Eigentlich könnte es einfach sein . . . «Single Malt», eine Distillerie, Whisk(e)y ausschliesslich aus gemälzter Gerste. Ein «Blend», mehrere Distillerien, mit Whisk(e)y aus gemälzter und ungemälzter Gerste. Hier das Getränk für Connaisseure, da jenes für die Masse.

Von diesem längst überholten Denken sollte man sich schnellstens verabschieden, schon nur weil es sich (bis auf Single Cask-Abfüllungen) auch bei den allermeisten Single Malts um Blends im engeren Sinne handelt.

BAR-NEWS geht in dieser Ausgabe auf die Kunst des Whisk(e)y-Blendings ein und wagt zudem verschiedene Exkurse in weitere Bereiche der Genusswelt. Denn auch bei Kaffee, Zigarren und Parfüms gilt folgender Grundsatz: Blends sind nicht nur so gut wie die Summe ihrer Einzelteile, sondern schaffen völlig neue, komplexe und einzigartige Kompositionen.

The Art of Blending Whisk(e)y

Man schreibt das Jahr 1853. Andrew Usher sen. (1782 – 1855) mischt verschiedene Destillate aus Whisky-Destillerien Schottlands zusammen und kreiert damit, was wir heute einen Blended Malt nennen würden.

Kurze Zeit später ist es sein Sohn, Andrew Usher jun., der den «Old Glenlivet Vatted (O.G.V.)» aus einzelnen Single-Malt-Whiskys der Region Speyside mischt.

Aber ist dies wirklich das Geburtsjahr des ersten Blended Scotch Whisky? Wohl kaum, denn es waren auch andere Händler, welche in Schottland (und auch in Irland) bereits früher Kompositionen aus Whiskys aus ihrem Umkreis für Kunden zu eigenen Kreationen zusammenfügten und damit deren Geschmack befriedigten.

Diverse Aufzeichnungen dazu müssten eigentlich noch in den Archiven der Whiskybrennereien und -konzerne zu finden sein. Einige Archivare, wie z. B. der umtriebige Dr. Nicholas Morgan von Diageo, sind dafür auf der Suche. Es wird spannend sein, was sie aus den Tiefen der Archive zutage fördern werden.

Vielleicht müssen wir dann die Geschichte der Blended Whisky neu schreiben. In der Historie wissen wir nicht genau, welche Art von Whisky z. B. in Schottland hergestellt wurde. Einzelne Farmen, später Destillerien, verarbeiteten das jeweilige Getreide, welches nicht für andere Grundnahrungsmittel verwendet wurde, zu Destillaten.

Sicher hat sich dabei Gerste mit seinen geschmacklichen Eigenschaften und als Grundmaterial des Bieres als ein hervorragendes Ausgangsprodukt hervorgetan, doch können auch andere mälzbare Getreidesorten ganz am Anfang der Destillation des «aqua vitae » gestanden haben.

Resultat technologischer Fortschritte

Mit Verbesserung des Malzprozesses und der späteren preiswerten industriellen Herstellung von Alkohol aus ungemälztem Getreide wurde dann der Siegeszug des Blended Whisky erst möglich.


Den ganzen Artikel lesen Sie in der Printausgabe 4-2018 des Fachmagazins BAR-NEWS.

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