Weniger Alkohol, dafür mehr Spirituosen

Alkoholstatistik 2020/21

Der Rückgang des Pro-Kopf-Konsums von Alkohol geht hauptsächlich auf die vergorenen Getränke zurück. Der Spirituosenkonsum hingegen blieb im Jahr 2020 konstant.

Dass sich die Corona-Pandemie auf das Konsumverhalten von Herrn und Frau Schweizer ausgewirkt hat, dürfte kein Geheimnis sein. Und daher erstaunt es wenig, dass die Lockdowns auch in der Statistik der Eidgenössischen Zollverwaltung Spuren hinterlassen haben.

So ist etwa der Weinkonsum um 1,9 Liter pro Person gesunken und auch der Bierkonsum ging zurück. Während der Pro-Kopf-Konsum beim Gerstensaft im Jahr 2019 noch bei 55,5 Liter lag, sank er im Pandemiejahr 2020 um ganze acht Stangen auf 52,8 Liter pro Person. Einzig im Bereich der Spirituosen konnte eine kleine Erhöhung des Konsums – ein Plus von 10 cl – konstatiert werden.

Entwicklung Pro-Kopf-Konsum alkoholische Getränke

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung

Importzuwachs bei Rum, Whisk(e)y und Likören

Beim Blick auf die Spirituosenimporte des vergangenen Jahres fällt als erstes das Wachstum in der Kategorie der Zuckerrohrdestillate auf. Mit einem Plus von 1 038 Hektolitern reinem Alkohol (+17,2 Prozent) verzeichnete Rum und Cachaça sowohl prozentual wie auch absolut das grösste Wachstum.

Spitzenreiter im Bereich der Spirituosenimporte ist weiterhin Whisk(e)y. Bei jeder fünften importierten Spirituose handelt es sich um ein fassgelagertes Getreidedestillat. Einen positiven Trend konnte man ferner bei den Likören beobachten. Nach einer Zunahme von 855 Hektolitern reinem Alkohol (+9 Prozent) erreichten diese gesüssten Spirituosen im Jahr 2021 einen Anteil der Gesamtimporte von 11 Prozent.

Stagniert sind hingegen die Importe von Gin (+0,5 Prozent) und Vermouth (+1,5 Prozent). In diesen Kategorien darf jedoch nicht übersehen werden, dass die Inland-Produktion in den letzten Jahren massiv gestiegen ist. Betrug etwa der Anteil in der Schweiz hergestellter Gins im Jahr 2018 noch ca. 5,1 Prozent, so stieg er bis im Jahr 2020 auf 9,5 Prozent.

Einen Rückgang verzeichnete im letzten Jahr hingegen Vodka (–2,7 Prozent), Wein- und Tresterbrände (–1,7 Prozent) sowie Bitter, Aperitifs, Anisgetränke etc. (–3,5 Prozent).

Spirituosenimporte 2020 nach Kategorien

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung

Dieser Artikel erschien in
Ausgabe 1-2022

BAR NEWS-Magazin als Einzelausgabe

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