Es kommt nicht von ungefähr, dass die SWISS BAR AWARDS als die renommiertesten Auszeichnungen der Schweizer Barszene gelten. In den Kategorien Best Barkeeper of the year und Best Barkeeper Talent (Jahrgänge 1996 bis 2000) verteilen sich die Prüfungen über mehrere Monate und verlangen von den Barkeepern alles ab. Am Halbfinale vom 11. Juni 2019 in der QN-World, Effretikon standen für die Barkeeper die schriftlichen Tests und die Präsentation ihres Drinks an.

Unter den Barkeepern, welche mit ihren Barutensilien und ihren Mixzutaten im Gepäck ans Halbfinale reisten, waren sowohl bekannte, als auch einige noch neue Gesichter zu sehen. Einige nahmen bereits in den Jahren zuvor an den SWISS BAR AWARDS teil und schafften es teilweise gar bis ins Finale.

Andere nahmen zum ersten Mal an einer Competition teil, man kennt sie wenn, dann in erster Linie von Besuchen an der Bar, wo sie arbeiten. Für die Halbfinalisten der Kategorie Barkeeper of the year ging es als erstes darum, ihr Fachwissen unter Beweis zu stellen. Gleichzeitig begannen die «Talents» mit den Vorbereitungen für die Präsentation ihres Cocktails.

Die Kategorie Best Barkeeper Talent ist die jüngste der SWISS BAR AWARDS und wurde zum Jubiläum der 15. Award-Verleihung ins Leben gerufen. Das Ziel: junge Barkeeper fördern und motivieren sich zu präsentieren. Mit von der Partie waren in diesem Jahr Ted Haupt, Barkeeper im Cuba Club in Schaffhausen, Nevil Marthaler, Barchef im Hotel Murten und Maicol Pircher, Barkeeper im L’Atelier in Basel. Alle Barkeeper präsentierten einen Drink auf Basis von Cognac Hennessy V.S.

Spannende Präsentationen

In der Königsklasse Barkeeper of the year erhielten die Barkeeper eine Spirituose zugelost: Rum, Gin, Bourbon, Vodka, Tequila oder Williamine. Vom minimalistischen Ansatz mit wenig Zutaten, zum von der Küche inspirierten After Dinner Drink, über den modernen Tiki-Drink bis zum Highball mit einer Vielzahl aus selbst hergestellten Zutaten – die vier Jurymitglieder wurden an diesem Halbfinale jedes Mal aufs Neue überrascht. So auch bei den unterschiedlichen Zubereitungsmethoden: Built in Glass, gerührt, geshaked, Smoking Gun und gar Quick-Infusion in der Aeropress.

Auch bei den Dekorationen haben die Barkeeper in diesem Jahr alles gegeben. Die meisten verwendeten Produkte, die im Drink selbst eine Rolle spielten und wählten attraktive Gläser für ihre Drinks. Schliesslich wurde das Visuelle ebenso bewertet, wie auch die Kreativität.

Wer mutig war und mit aussergewöhnlichen Zutaten mixte, etwa mit Liebstöckel, geröstetem Kümmel oder Shiso (einem Gewürz, das vor allem in der asiatischen Küche verwendet wird), konnte hier wichtige Punkte sammeln. Sehr interessant war auch eine Kreation aus Tequila sowie den selbst gemachten Zutaten Guacamole-Sorbet, Tepache und Mais-Soda mit dem Geschmack von Tortilla-Chips.

Ein Barkeeper ist immer auch Gastgeber

Gewichtet wird bei der Drink-Präsentation aber auch der Umgang des Barkeepers mit seinen «Gästen», sprich der Jury. Ein Drink braucht nämlich auch eine Story, die der mehrsprachigen Jury erzählt wurden. Zittrige Hände und Schweissperlen zum Trotz waren doch alle Barkeeper äusserst souverän und machten es der Jury nicht einfach bei den Bewertungen.

Jene fünf Barkeeper, welche sich für die nächste Runde qualifiziert haben (wird am 26. Juni bekannt gegeben) sowie die drei Barkeeper Talents werden in den nächsten zwei Monaten noch inkognito am Arbeitsplatz bewertet. Die besten drei der fünf Nominierten der Kategorie Barkeeper of the year werden schliesslich fürs Finale an die Award Night 2019 eingeladen, wo sie erneut einen Cocktail vor einer Spezialjury präsentieren werden.

Erneuter Anmelderekord

BAR-NEWS bedankt sich bei allen engagierten Barkeepern, welche die Herausforderung angenommen haben, sich für die SWISS BAR AWARDS zu bewerben. Trotz einer sehr hohen Anzahl an Anmeldungen, welche den vorjährigen Rekord gar noch übertraf, ist es schade, dass sich keine Frau für den Titel Barkeeper of the year oder Best Barkeeper Talent beworben hat – auch wenn es in der Schweiz eine Vielzahl an sehr talentierten Frauen im Barbereich gäbe. Wir setzen uns ein und zählen darauf, dass die nächsten SWISS BAR AWARDS im Jahr 2020 mit einer starken Frauenbeteiligung durchgeführt werden.