Die Nerven manch’ eines Bewerbers lagen zwar nicht vollends blank, als am Montag, 12. Juni in der QN World in Effretikon um den Einzug in das Finale der Swiss Bar Awards 2017 gekämpft wurde, aufgeregt jedoch waren die Teilnehmer allesamt. Die insgesamt sechs Halbfinalisten mit Aussicht auf den Titel «Barkeeper of the year» sowie drei Nachwuchstalente kreierten ihre Fancy Drinks und haben bereits gewonnen: Sie überzeugten die Jury mit ihrem Wirken als würdige Repräsentanten des Barkeeper-Daseins.

Wer tatsächlich in das Finale der Swiss Bar Awards 2017 in der Eventlocation Chicago 1928 in Zürich einziehen wird, kann an dieser Stelle noch nicht verraten werden. Die Ergebnisse zu den Final-Kandidaten, die in der Award-Nacht des 20. September 2017 möglicherweise zum «Barkeeper of the year» oder zum «Best Barkeeper Talent» gekürt werden, befinden sich noch unter Verschluss. Erst kürzlich, am 12. Juni nämlich, stellten sich sechs Halbfinalisten und drei Nachwuchstalente der Swiss Bar Awards-Jury mit Mia Bavandi, Bruno Hunkeler, Peter Roth und Andi Spichtig.

«Es war ein superfeiner Tag und die Präsentationen der Halbfinalisten und Nachwuchstalente bewegten sich auf einem hohen Niveau. Es ist toll mitzuerleben, mit wie viel Engagement und Enthusiasmus die Leute dabei sind», sagt Ruedi Zotter, Initiant der Swiss Bar Awards und Herausgeber des Fachmagazins BAR-NEWS.

Ob «Weltenbummler, Plüschplumm, Nachtigall oder Ella 2.6», bei den erwünschten Fancy Drinks ging es nicht nur um den Namen an sich, sondern auch um eine den Cocktail umrandende Geschichte, dessen Präsentation und wie sich der Bartender seinen Gästen gegenüber verhält, worauf er wie reagiert. Insgesamt acht Minuten hatten alle Mitstreiter Zeit, ihre «Show abzuziehen», gewohnt geübt und authentisch wie am Arbeitsplatz zu schaffen. Nicht immer leicht, wenn man nicht am eigenen Tresen und unter genauer Beobachtung sein Werk verrichten soll. Umso wichtiger sind Vorbereitung und Mise en place. Für den Wettbewerb um den Titel und Award «Barkeeper of the year» zitterten im Halbfinale:

  • Ole Vormbrock aus der Luzerner Bar «Das weisse Schaf». Er nannte seinen fruchtigen Drink «Plüschplumm» in Anlehnung an den in Köln als Plumm bezeichneten Pfirsich.
  • Manuel Schlüssler kam ebenso aus Luzern angereist. Er schafft in der Gütsch Bar im Hotel Chateau Gütsch. Sein wahrlich pinker Cocktail «Pink Fluid» verzückt vielleicht sogar die Männerwelt.
  • Jason Kandid Knüsel hat vor seinem Wirken in The Chedi Andermatt in der Widder Bar gearbeitet. Gekonnt erzählt und mit viel Aufwand dargestellt, gestattete er der Jury mit seinem Drink «Ola Kino» einen achtminütigen Einblick in eine gesunde Tiki-Kultur.
  • Romain Tritsch zeichnet als Barchef im Hotel Royal Savoy Lausanne verantwortlich. Im Halbfinale präsentierte er sprachlich gewandt und sehr elegant den «Weltenbummler»-Cocktail.
  • Pascal Kunz, vor vielen Jahren Quereinsteiger und heute vor allem Bartender aus Leidenschaft, aus Basel mixte «Ella 2.6» und erklärt, warum er noch nie so schnell einen Namen gefunden hat: «Ella, so heisst meine Tochter. Ich musste dabei an sie denken».
  • Bernd Auinger, der in der Bar des Basler Fünfsternhotels Les Trois Rois arbeitet und trotz Art Basel-Kunstmesse am Halbfinale teilnehmen konnte, versprühte «Ösi-Scharm» und fokussierte mit seinem «Taiyo»-Drink das Thema Japan.

Best Barkeeper Talent

Anlässlich der Jubiläumsnacht am 20. September – die Swiss Bar Awards werden bereits zum 15. Mal vergeben – geht der Titel «Best Barkeeper Talent» als zusätzlicher Award in die Geschichte der Swiss Bar Awards ein. Lina Brunner aus der Züricher Brick Bar war die einzige Dame im Kreis ihrer Standeskollegen und Mitbewerberin um den Titel «Best Barkeeper Talent». Gemeinsam mit Silvan Häseli aus der Bar Hinz & Kunz in Basel und Aristide Maguide aus der Züricher Bar Razzia gehörte sie zum Trio der Nachwuchstalente. Sie hatten lediglich vor Ort ein wenig Vorbereitungszeit für ihre Drinks. Denn sie mussten der Jury spontan einen Drink aus einem vorgegebenen Spirituosenspektrum kreieren.

Das beste Nachwuchstalent 2017 darf in Form eines zweiseitigen Portraits seine persönliche Geschichte, seine Person und sein Schaffen im Schweizer Fachmagazin BAR-NEWS wieder entdecken. Der Barkeeper of the year 2017 darf sich zusätzlich zu solch’ einem doppelseitigen Porträt im BAR-NEWS über einen weiteren Preis freuen. Dieser verspricht eine Wochenend-Reise nach London. Der dreitägige Aufenthalt in der britischen Metropole, ein besonderer Dreh- und Angelpunkt für hochwertige Barkultur, kann er mit einer Begleitperson geniessen.