Bartender International

Lennart Deddens, Stockroom, Groningen

Ich bin in einer kleinen Stadt namens Stadskanaal in der Provinz Groningen aufgewachsen. Ich bin das älteste von drei Kindern und wir hatten eine wunderbare Kindheit. Hier habe ich auch meine ersten Schritte im Gastgewerbe unternommen und als Tellerwäscher in einem Restaurant im Familienbesitz gearbeitet. Damals war ich 14 Jahre alt und arbeitete dort an den Wochenenden bis ich 17 war.

Nachdem ich als Küchenhilfe und dann zum Kellner aufgestiegen war, wurde ich schliesslich Barkeeper. Dann war es an der Zeit, in die «grosse Stadt» – Groningen – zu ziehen, die mich in ihren Bann zog (mehr Bars, Mädchen usw.).

Ich studierte International Hospitality Management an der örtlichen Hotelfachschule und sammelte neben dem Studium Berufserfahrung in verschiedenen Betrieben des Gastgewerbes. Nachdem ich ein Jahr in Südafrika verbracht hatte, um meinen internationalen Bachelor-Abschluss und mein Weinzertifikat abzuschliessen, zog ich nach Brüssel, wo ich eine Stelle als Assistent des F&B-Managers bekam.

Zu diesem Zeitpunkt war mein Interesse an der Cocktail- und Barkeeper-Kultur schon richtig aufgeblüht, und ich musste nicht lange überlegen, als mir der Manager des The Dominican Design Hotel in Brüssel eine Stelle als Barmanager anbot. Es folgten vier fantastische Jahre, bevor es für mich an der Zeit war, weiterzuziehen und die nächste Stufe in der Welt der Cocktails zu erklimmen.

Ich nahm das Angebot des Chefkochs Yves Mattagne an, Chef-Barkeeper in seinen Betrieben zu werden, da ich die Möglichkeit hatte, gemeinsam mit seinen Köchen, die alle auf einem Drei-Sterne-Michelin-Niveau arbeiteten, die aussergewöhnlichsten F&B-Produkte zu kreieren.

Es war eine sehr lehrreiche Erfahrung, mit Köchen und kreativen Köpfen dieses Kalibers zusammenzuarbeiten, aber ich vermisste das «wahre Barleben» und die Arbeit mit einem Team von Barkeepern, da ich der einzige in Yves’ Gruppe war. Deshalb ergriff ich 2013 die Gelegenheit, sozusagen «nach Hause» zurückzukehren und die Cocktailbar und die hauseigene Destillerie in einem Lokal namens Mr. Mofongo einzurichten – einem berühmten Restaurant in Groningen, das den Ehrgeiz hatte, sein Konzept durch ein völlig neues Gästeerlebnis erheblich zu erweitern.

Für mich war dies eine grossartige Möglichkeit, tiefer in die Welt der Destillation einzutauchen und meine Cocktailrezepte direkt an der Quelle zu kreieren. Nach vier Jahren verliess ich Mr. Mofongo und wurde Markenbotschafter für Hooghoudt Distillers, wobei ich mich hauptsächlich auf die Kategorie Genever konzentrierte.

Und bis heute werbe ich, wo und wann immer es mir möglich ist, für diese besondere Spirituose aus den Niederlanden. Hooghoudt ist, wie viele andere Marken, auch ein Kunde von Boilermaker, der Markenaktivierungsagentur für Premium-Spirituosen und Biermarken, die ich 2017 mit meinem Partner und besten Freund Peter Torenbosch gegründet habe.

Im Laufe der Jahre hat sie sich zu einem Full-Service-Unternehmen entwickelt. Im Jahr 2019 hat die Entwicklung unseres Unternehmens mit der Realisierung von zwei Hospitality-Konzepten an Dynamik gewonnen. Das eine war die Eröffnung von BOEL, einem Street-Food-Restaurant in Kombination mit acht Pétanque-Bahnen und natürlich einer sehr schönen Bar.

Das andere, das Abenteuer The Stockroom im März desselben Jahres, wurde zur ersten echten Speakeasy-Cocktailbar in der Stadt Groningen.

Stockroom

Während einer Cocktailschulung bei Hooghoudt Distillers lernte ich Erik Beeftink kennen, der den genialen Plan hatte, in einem ehemaligen Schallplattengeschäft eine Bar zu eröffnen. The Stockroom war geboren und wir haben es geschafft, einen Ort zu schaffen, der seinesgleichen sucht.

Im Stockroom taucht man in ein aussergewöhnliches Trinkerlebnis ein, das eine Hommage an die vergangene Speakeasy- Ära darstellt. Wir servieren die feinsten Drinks und verwenden nur erstklassige Produkte. Klassische Cocktails wie in den Roaring 20s, aber mit einem saisonalen Twist.

Die Zukunft

Die Barindustrie wird sich in den kommenden Jahren stark verändern. Trends und Entwicklungen müssen ernster genommen werden, wie z. B. die Nachhaltigkeit, die Nutzung kreislauffähiger Energiequellen, aber auch die Zusammenarbeit mit lokalen Erzeugern und handwerklichen Produkten.

Ich erwarte von den Bars, dass sie die Ready-to-Drink- Konzepte für den Heimgebrauch weiter vorantreiben und sich generell stärker für nachhaltige Wege im Betrieb eines Barkonzepts interessieren.

Dieser Artikel erschien in
Ausgabe 4-2022

BAR NEWS-Magazin als Einzelausgabe

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